Gewohnheiten
Gewohnheiten
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Gewohnheiten sind so eine Sache… Sie können etwas Strukturgebendes sein, zum Beispiel Gewohnheiten am Morgen oder bei der Arbeit. Sie garantieren einen klaren und strukturierten Ablauf und können dazu beitragen, dass Ziele erreicht werden. Aber Gewohnheiten können auch eine Gefährdung für uns sein, wenn man sich von ihnen abhängig macht und sich diese Gewohnheiten weiter verfestigen. Dabei muss es sich nicht nur um so genannte «schlechte Angewohnheiten» handeln, wie ungesundes Verhalten, sondern auch, einfach immer nur die gleichen Dinge zu tun, welche dann plötzlich die Oberhand gewinnen und wir dadurch weniger selbstbestimmt sein können. Das kann damit beginnen, morgens einen Kaffee zu trinken, oder damit, bis zum Mittag schlechte Laune zu haben, oder immer am gleichen Tisch auf dem gleichen Stuhl sitzen zu wollen, weil wir für uns entschieden haben, dass dies der beste Platz ist. Wir können uns nach einer Weile nicht mehr vorstellen, unser Verhalten zu ändern, uns einmal irgendwo anders hinzusetzen oder uns irgendwie anders zu verhalten. So können Gewohnheiten im schlimmsten Fall zu beinahe zwanghaftem Verhalten führen. Wir schränken damit ganz einfach unsere Freiheit und unseren freien Willen ein.
Gewohnheiten sind andererseits aber auch eine Hilfe für uns im Alltag. So können wir uns sparen, immer wieder alles neu zu überlegen. Wir können Energie sparen und einfach gemäss unserer Routine handeln, statt uns bei jeder Situation jeweils Gedanken zu machen. Dies kann eine grosse Hilfe für einige von uns sein. Stellt euch zum Beispiel vor, wie viel schneller wir durch solche Routine morgens alles nötige erledigt haben und aus dem Haus gehen können.
Nicht alle Leute sind gleich «anfällig» für diese gleichbleibenden Rituale und Verhaltensweisen. Aber wer einen Hang dazu hat, sich gewohnte Abläufe anzugewöhnen, kann versuchen, diese für sich selbst positiv umzunutzen. So kann man sich etwas «Schlaues» angewöhnen. Man kann versuchen, sich Dinge zur Gewohnheit zu machen, die einem gut tun. Im Idealfall werden dann auch diese Dinge zu festen Ritualen und sind dann schwer wieder loszuwerden. So kann man sich etwa gesundheitsfördernde Verhaltensweisen angewöhnen: abends laufen gehen, statt sich direkt aufs Sofa zu legen; oder zu Fuss zur Arbeit zu gehen, statt das Auto zu nehmen; oder Treppen zu steigen, statt mit den Lift zu fahren. Schliesslich kann alles zur Gewohnheit werden, wenn es fest in den Tagesablauf integriert wird. So gesehen müssen wir nur darauf achten, woran wir uns gewöhnen und was wir bei uns im Hirn «abspeichern».
Wir haben viele Möglichkeiten und müssen selbst entscheiden, was für uns das Beste ist. Zum Beispiel können wir vor dem Schlafen lesen, wir können Sport machen oder TV schauen, oder wir können uns ein Hörbuch anhören oder einen Tee trinken. Welches davon ist jetzt die beste Entscheidung? Es gibt kein «richtig» oder «falsch». Wir können uns einfach entscheiden, was uns weiterbringt, was uns guttut, und so können wir uns Aktivitäten angewöhnen, die unser Wohlbefinden steigern.
So sind wir zwar noch immer von Gewohnheiten abhängig, werden aber von uns selbst in eine Richtung gedrängt, die unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit fördert. Das schöne daran ist: an solchen Gewohnheiten gibt’s nichts auszusetzen und somit muss man sich diese auch nicht in mühsamer Arbeit abgewöhnen.
Links zum Thema:
- Gewohnheiten ändern: Tipps zur Verhaltensänderung
- Die Macht der Gewohnheit
- Schlechte Angewohnheiten überwinden
- AWie Routinen und Rituale unser Verhalten prägen