Du nervst! Oder bin ich das?

Du nervst! Oder bin ich das?

Wie schnell uns kleine Dinge in unserem Leben aufregen können: Wenn jemand im Haus die Waschmaschine braucht – obwohl er nicht auf dem Waschplan steht. Wenn jemand nach 22.00 Uhr einen Nagel in die Wand einschlägt – obwohl das Nachtruhestörung ist. Wenn jemand seinen Kinderwagen im Hausflur stehen lässt – obwohl dafür ein extra Raum zur Verfügung wäre.

Dies sind nur ein paar kleine Beispiele, die mir während genau 24 Stunden zugeflogen sind und die für grossen Gesprächsstoff im Hausflur und Aufzug gesorgt haben. Doch ärgert man sich manchmal nicht einfach über etwas oder jemanden, obwohl der Grund für die eigene schlechte Laune etwas ganz Anderes ist? Ist es nicht so, dass man selbst nicht im Fehler ist und diesen darum bei den anderen sucht – und ist es nicht so, dass man während man andere anprangert eigentlich genau weiss, dass das man sich eigentlich über sich selbst aufregt? Wer dies liest kann sich vielleicht selbst ein paar Situationen ins Gedächtnis rufen, bei denen dies zutraf. In diesem kleinen Beispiel möchte ich niemanden belehren, sondern daran erinnern, ab und zu mehr auf sich selbst zu achten. Dass man sich in solchen Situationen fragt, wieso eine andere Person so viel Anlass gibt, sich über sie aufzuregen.

Es gibt viele Gründe dafür, warum man wie zu jemandem steht: Vielleicht ist Eifersucht im Spiel über das Leben und den Erfolg des anderen; oder man verbindet etwas Negatives an das diese Person erinnert, sei es aufgrund ihres Aussehens oder ihres Verhaltens; Vielleicht erscheint einem eine Person wirklich unsympathisch weil die Chemie nicht stimmt; oder dies hat einen Grund, weil man bereits mehrmals Handlungen und Aussagen der Person in Frage gestellt hat; vielleicht ist man aber auch frustriert, weil diese Person uns zu wenig Beachtung schenkt?

Auf welche Antwort ihr in eurem Fall kommt ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass ihr darüber nachdenkt – ob euch in einem solchen Moment vielleicht etwas ganz anderes wütend oder traurig macht. Dies reicht schon, um Abstand zur Situation zu gewinnen und weniger stur auf dem eigenen Standpunkt zu beharren. Dies reicht oft schon, um sich darüber klar zu werden, wie ungerecht man manchmal selber ist. Dies reicht oft schon, um sich über banale Dinge im täglichen Leben weniger zu ärgern.

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