Geschenkt!

Geschenkt!

An besonderen Ereignissen während des Jahres, wie Weihnachten oder Geburtstag zum Beispiel, werden kleine und grosse Geschenke gemacht. Ziel ist es, jemandem damit eine Freude zu bereiten. Zumindest sollte das so sein. Doch manchmal gerät man in die Situation, dass ein Geschenk gesucht werden «muss». Oder man möchte zwar etwas schenken aber weiss nicht was. So wird schenken immer wieder zu etwas unangenehmen zu einer Verpflichtung, die eingehalten werden sollte.

Doch verfehlt man so nicht eigentlich den «Sinn» des Schenkens? Um dies heraus zu finden, kann jeder für sich überlegen, was «Geschenke machen» eigentlich bedeutet.

Lässt man alle gesellschaftlichen Pflichten und Bräuche mal weg, kann man sich dem Thema ein bisschen objektiver nähern. Was ist das Schöne am Schenken? Was ist das Besondere am Geschenke bekommen? Wieso mag es nicht jeder, wenn er Geschenke erhält? Ist das vielleicht deshalb so, weil schenken und beschenkt werden nicht nur eine persönliche, sondern auch eine sehr emotionale Angelegenheit ist? Denn warum sollte man sonst peinlich berührt sein, wenn man etwas umsonst bekommt? Oder warum gibt es auch schon mal Tränen der Freude beim Auspacken eines Gegenstands, der an und für sich nichts Besonderes ist?

Es geht bei Geschenken darum, etwas auszudrücken. Merci zu sagen, zu bekunden dass man jemanden mag oder um einer anderen Person seine Verbundenheit zu zeigen. Dies alles ist sehr emotional. Deshalb ist es doch einfach zu schade, diese Gründe schlichtweg zu übersehen und «nur» ein Geschenk zu machen, weil das so erwartet wird.

Eine richtig schöne Geschenkidee fängt also beim Nachdenken über den Grund des Schenkens an. Damit meine ich nicht einen «Grund» wie zum Beispiel eben «Weihnachten», sondern die Frage, warum man jemandem eine Freude machen möchte? Was möchte ich der Person mit dieser Geste mitteilen?

Gelingt es solche Geschenke zu machen, ist es nicht nur bereichernd für den Beschenkten, sondern man selbst fühlt sich dabei ebenso erfüllt. Die Freude, dass man mit seiner Idee richtig gelegen hat. Die Bestätigung dafür, dass der eigene echte Beweggrund für das Schenken erkannt wurde. Durch ein solches Geschenk fühlen sich alle Beteiligten glücklich und gleich mehr miteinander verbunden.

Geschenke brauchen kein festes Datum, sie können immer Freude bereiten, wenn sie gerne gemacht werden und sie etwas aussagen. Geschenke brauchen auch kein Preisschild. Manch schönes Geschenk kann auch gar nichts kosten. Es ist einzig entscheidend, welche Idee dahinter steckt. Und das Beste dabei ist, solche Geschenke kommen immer gut an – weil sie «echt» sind und «von Herzen» kommen.

Ich finde, es ist in der Zeit vor Weihnachten passend, sich zu diesem Thema ein paar Gedanken zu machen. Schliesslich ist die Adventszeit für viele Leute deshalb unangenehm, weil sie sich unter Druck fühlen noch hier und dort ein passendes Präsent aufzutreiben. Fällt dieser Druck weg, kann dies helfen eine entspanntere Zeit zu verbringen.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spass beim Schenken und beschenkt werden – nicht nur während der Weihnachtszeit…

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